Deutsche Meisterschaft

- Freie Presse -
(01. September 2010)
 
Westernhelden würden gar nichts treffen
Schießen: Der Oelsnitzer Aron Fläschendräger startet das zweite Jahr in Folge bei den Deutschen Meisterschaften

 
OELSNITZ - Wenn sich Aron Fläschendräger die Ohrenschützer drüberstülpt, sich auf das Ziel 25 Meter vor ihm, seine Waffe und seine Atmung konzentriert, dann hat die Welt um ihn herum aufgehört zu existieren. Emotionen oder jedwede Ablenkung darf sich ein Schütze nicht leisten, will er in seinem Sport Erfolg haben. Der 24-jährige Oelsnitzer hofft, dass ihm das heute auch in München gelingt. Denn der 13 Uhr beginnende Wettkampf ist schon etwas ganz Besonderes: Als amtierender Sachsenmeister nimmt Fläschendräger als seines Wissens erster Vogtländer an Deutschen Meisterschaften mit Revolver beziehungsweise Pistole teil.
Dieses "einmalige Erlebnis", so Fläschendräger, steht ihm sogar schon zum zweiten Mal in Folge bevor. Vergangenes Jahr fuhr er als Sachsenmeister in der Disziplin Gebrauchspistole .45 ACP – das ACP steht für "Automatic Colt Pistol" – nach München-Hochbrück, dieses Jahr misst er sich mit der 44er Magnum mit den Besten aus der ganzen Bundesrepublik. "Die Magnum ist eine Western-Pistole mit Trommelmagazin. Mit ihr kann man Serien zu fünf Schuss schießen. Sie ist die Pistole mit dem größten Rückschlag, deswegen muss man sie mit beiden Händen richtig fest im Anschlag halten", erklärt das Vorstandsmitglied der 1. Bürgerlichen Schützengilde zu Oelsnitz sein Sportgerät.
Glaubt man den Hollywood-Western, dann ist die Magnum die bevorzugte Waffe der amerikanischen Revolverhelden gewesen. Und die schießen in den alten Schinken ihren Gegner gerne mal aus der Hüfte den Hut vom Kopf. Fläschendräger kann darüber nur schmunzeln: "Das ist vollkommener Quatsch, mit einer Magnum würde man so gar nichts treffen."
Doch nicht nur die schwierige Handhabung macht die Magnum zur nach Fläschendrägers Ansicht schwierigsten Disziplin. "Die Munition für diese Pistole ist sehr teuer, so dass man sich als reiner Amateursportler es gar nicht leisten kann, so viele Trainingsschüsse abzugeben, wie für das Erreichen von Spitzenresultaten notwendig wäre. Kadersportler bekommen Munition gestellt", räumt er ein. Von dem Nachteil, dass ihm nach wie vor ein Trainer fehlt, ganz zu schweige.
Im Wettkampf müssen in zweieinhalb Minuten 20 Schuss Präzision abgeben werden, danach in 20 Sekunden noch einmal 20 Schuss Schnellfeuer. Landesmeister wurde der 24-jährige, der als Krankenpfleger in Hof arbeitet, mit 375 Ringen. Um in München auch nur annähernd etwas bestellen zu können, wären zehn oder besser 15 Ringe mehr erforderlich. Für den Oelsnitzer illusorisch: "Mein Ziel sind 380 Ringe, das wäre ein Schnitt von 9,5 pro Schuss. Damit wäre ich ganz zufrieden." Natürlich lockt ihm auch der Ergeiz, etwas besser abzuschneiden als im Vorjahr. Damals war er 73. Unter 84 Teilnehmern.
Doch egal, wie das Abenteuer Deutsche Meisterschaft für ihn auch ausgeht, die Atmosphäre auf dem Gelände in unmittelbarer Nähe der Münchner Allianz-Arena versetzte den Oelsnitzer in Vorfreude. "Das musst du gesehen haben! Das ist nicht nur ein Sportwettkampf, das ist auch ein großer Markt. Dort kann man sich über alle Neuigkeiten in unserem Sport informieren. Und man kann sich von den besten Schützen viel abgucken: Fußstellung, Atmung zum Beispiel."
Die meisten Großen seiner Sportart hätten keinerlei Starallüren, so Fläschendrägers Erfahrung von 2009. Mit ihnen wieder fachsimpeln zu können, ist für ihn die Reise in die Bayern-Metropole auf alle Fälle wieder Wert. Und wann weiß ein Schütze schon mal 200 Zuschauer hinter sich, die seinen Wettkampf aufmerksam verfolgen? (pj)
 
(03. September 2010)

Schießen: Am Anfang etwas geflattert

MÜNCHEN - Platz 48 unter 64 Teilnehmern hat Aron Fläschendräger von der 1. Bürgerlichen Schützengilde zu Oelsnitz gestern bei den Deutschen Meisterschaften in München mit der .44 Magnum erreicht. Fläschendräger hatte sich als Zweiter der Landesmeisterschaften dafür qualifiziert - "Freie Presse" hatte diese Woche irrtümlich geschrieben, er sei Landesmeister geworden. "Ich habe leider mit zwei Sieben in Folge begonnen, danach bin ich aber in meinen Rhythmus gekommen. Insgesamt habe ich 371 Ringe, immerhin einen mehr als voriges Jahr, als ich mit der Gebrauchspistole .45 ACP dabei war", sagte der 24-Jährige nach dem Wettkampf. Zumindest in den Schnellfeuerserien schaffte Fläschendräger den Schnitt von 9,5 Ringen, den er sich zum Ziel gesetzt hatte. "Auch wenn ich die ersten zehn Schuss nicht so konzentriert war - es hat riesigen Spaß gemacht!" (pj)
 

 
- Vogtland Anzeiger -
(25. September 2010)
 
Reihenweise Meisterschüsse

OELSNITZ – Aron Fläschendräger aus Oelsnitz stand mit seinen 24 Lenzen kürzlich bereits zum zweiten Male auf der Olympiaanlage München Hochbrück. Nicht als Zuschauer, sondern als teilnehmender Schütze bei den Deutschen Meisterschaften. Aron Fläschendräger stellte sich in einer 64-köpfigen Konkurrenz abermals als Jüngster im Großkalibersektor der Herausforderung einer Deutschen Meisterschaft. Wie bereits im Vorjahr schaffte es der Oelsnitzer auch 2010, sich für das Großereignis zu qualifizieren. Am Ende standen 371 Ringe zu Buche - ein Zähler mehr als 2009. Das bedeutete in der Endabrechnung Rang 48.
Die Wettkampfbedingungen schätzt der junge Mann als "hervorragend" ein. Etwas problembehaftet war nach eigener Aussage der Start, ehe er seinen Rhythmus fand. Nach fünf Probeschüssen waren sowohl 20 Präzisions- und 20 Schnellfeuerschüsse abzugeben.
Als Sportschütze startet Aron Fläschendräger für die 1. Bürgerliche Schützengilde zu Oelsnitz/Vogtland. In der Fremde "ist es mir eine besondere Ehre, unsere Heimatstadt sowie das Vogtland zu vertreten". Außerdem "bringen einem solche Wettkämpfe weiter", freute er sich über den Start bei den Deutschen Meisterschaften. Gespräche und Tipps von Profisportlern zeigen Wirkung. Und natürlich profitiert davon auch sein Verein, der ein rekordträchtiges erstes Halbjahr hinter sich brachte: 14 Kreismeistertitel, 7 Vizekreismeister und ein dritter Rang im Kurzwaffenbereich stehen zu Buche. Damit ist sein Verein aus der Sperkenstadt der erfolgreichste im Vogtland.
Auf Landesebene schaffte die Gilde-Mannschaft Silber und Bronze, einen 2.Platz im Einzel und holte den Wernesgrüner-Wanderpokal im Team und Einzel. Zudem sicherte man sich alle drei Podestplätze in der Disziplin Luftpistole bei den Vogtlandspielen.
Diese prima Bilanz wird heute bei den zweiten Vereinsmeisterschaften auf der Adorfer Schießstätte mit anschließendem Gildefest beim Partnerverein SG Traktor Lauterbach zur Sprache kommen. Selbstredend hat Aron Fläschendräger schon seine Qualifikation für die nächste Deutsche Meisterschaft ins Visier genommen - das ist sein gestecktes oberstes sportliches Ziel. Bis dahin gibt er noch viele Trainings- und Wettkampf-Schüsse ab. (P.A.)
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