Geschichte des Schießsports

Insbesondere in Europa hat das Sportschießen eine lange Tradition. Das Schützenwesen geht auf die Bürgerwehren der Städte zurück. In Deutschland und in den angrenzenden Nachbarländern gibt es bereits seit dem Mittelalter Schützengilden. Geschichtlich begann es nach der Erfindung des Schießpulvers im 15. Jahrhundert mit Vorderladern. Im 19. Jahrhundert entwickelten sich dann die Hinterlader, die als Vorgänger der modernen Schusswaffen gelten. Die Pistole als ehemalige Reiter- und vor allem Duellwaffe erfreut sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts wachsender Beliebtheit als Sportgerät.
 
Das Sportschießen war bereits 1896 in Athen eine der olympischen Disziplinen. Mit Ausnahme von St. Louis 1904 und Amsterdam 1928, war das sportliche Schießen immer Bestandteil des olympischen Programms.
Der erste bezeugte Schützenwettbewerb wurde aber bereits 1442 in der Schweiz, Zürich abgehalten.
 
Nach den Befreiungskriegen (1815) setzte ein Aufschwung im Vereinswesen ein, von dem auch der Schießsport profitierte. In seinen Anfängen war er Teil der nationalen und liberalen Einheitsbewegung des 19. Jahrhunderts. Nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg wurden alle Schützenvereine in Deutschland offiziell von den vier Siegermächten verboten. Die Erlaubnis zur Wiedergründung des Deutschen Schützenbundes, der bereits am 11. Juli 1861 in Gotha unter der Führung von Herzog Ernst II. gegründet worden war, war 1951 gegeben und sorgte in Deutschland für einen erneuten Aufschwung im Schießsport. In der DDR blieben jedoch Schützenvereine untersagt, deshalb erfolgte nach der Wiedervereinigung ein kompletter Neuaufbau, der sich bis heute in einer wesentlich schwächere Organisations- und Mitgliederstruktur ausdrückt als in den meisten "alten" Bundesländern.
 
Heute ist der DSB nicht nur der älteste, sondern auch einer der mitgliederstärksten Sportverbände unseres Landes. In den Sportstatistiken liegen die Verbände der Sportschützen bundesweit mit ihren Mitgliederzahlen seit Jahren regelmäßig auf dem vierten Platz, hinter den Turnern, dem Fußball und der Leichtathletik, obwohl das Sportschießen prinzipbedingt eher als "Randsportart" betrachtet wird, mit Ausnahme von Biathlon.

Anfang Juli dieses Jahres führten uns die Jubiläumsfeierlichkeiten an den für unseren Deutschen Schützenbund wohl geschichtsträchtigsten Ort: An unserer Gründungsstätte Gotha fand am 10. Juli 2011 der zentrale Festakt "150 Jahre Deutscher Schützenbund" statt. Heute zählen knapp 15000 Vereine und 20 Landesverbänden in ganz Deutschland zum DSB. Am 04. September feierten wir einen festlichen Gottesdienst im Hohen Dom zu Köln, dieser war 1951 der Ort der Wiedergründungsproklamation des Deutschen Schützenbundes.




 
Bereits im Altertum ist das Schießen als Sport bekannt:

13. Jhd. - Ordensgeistliche gründen Bruderschaften im Armbrustschießen
1220 - Gründung der privaten Schützengesellschaft in Goslar
Mittelalter - Künstliche Vogelziele aus Holz
1442 - Der erste bezeugte Schützenwettbewerb in Zürich (Schweiz)
15. Jhd. - Nach Erfindung des Schießpulvers - Unterteilung in Armbrust- und Feuerschützen
19. Jhd. - Entstehung des heutigen Schießsports durch Erfindung des Hinterladers
1861 - Gründung des Deutschen Schützenbundes in Gotha
1879 - Einführung des Wurftaubenschießens in den USA
ab 1872 - Abhalten regelmäßiger Schießveranstaltungen
1890 - Verbreitung des Pistolenschießens (erste Weltmeisterschaft folgt)
1896 - Baron Pierre de Coubertin, begeisterter Schütze und Olympia-Neugründer sorgt für Aufnahme des Schießens in den olympischen Wettbewerb
1900 - Bei den Olympischen Spielen in Paris wird auf lebende Tauben geschossen
1907 - Gründung des UIT
1920 - In Antwerpen gibt es 21 Schieß-Disziplinen
1930 - Beschluss des Olympischen Kongress - Programmreduzierung
1968 - Erstmals sind Frauen in dieser Sportart gleichberechtigt dabei
ab 1972 - Verzicht auf das großkalibrige Freie Gewehr
1972 - Antrag: Frauen-Konkurrenzen aufzunehmen, wird abgelehnt
1976 - Montreal: Die US-Amerikanerin Margaret Murdock gewinnt zwei Silbermedaillen
1984 - Los Angeles: Luftgewehr, KK-Dreistellungskampf, Sportpistole, Skeet- und Trapschießen für Frauen im Programm
1985 - Aufnahme der Luftpistole für Frauen beschlossen
1989 - Alle Scheiben werden verkleinert. Laufender Hirsch/ Keiler wird nach Protesten von Tierschutzvereinen in Laufende Scheibe umbenannt, Wurftaubenschießen in Wurfscheibenschießen
seit 1996 - ist Doppeltrap im Wettkampfprogramm der Olympischen Spiele
seit 1996 - wird im Gewehr- und Pistolenbereich auf elektronische Scheiben geschossen
Zum Anfang dieser Seite

Unsere Sponsoren









































Unsere Förderer











Unsere Besucher

  • Besucher jetzt: 107
  • Besucher heute: 1.919
  • Besucher gestern: 1.815
  • Besucher gesamt: 17.834.123